Fachtag zu Flucht und Integration: Was haben wir bereits erreicht und was müssen wir noch schaffen?
Am 01.10.2026 veranstaltet das Fachnetzwerk Sozialpsychologie zu Flucht und Integration zusammen mit der Volkshochschule Ulm und Stadt Ulm (Projekt Geflüchtete) einen Fachtag zum Austausch zwischen Wissenschaft und lokaler Praxis:
"Was haben wir bereits erreicht und was müssen wir noch schaffen?"
Der Fachtag findet in der Volkshochschule Ulm statt und richtet sich tagsüber an Fachpublikum (Haupt- und Ehrenamtliche, die in der Arbeit mit Geflüchteten tätig sind), an die abends eine öffentliche Podiumsdiskussion anschließt.
Zu den Workshops (Beschreibungen unten) können sich Haupt- und Ehrenamtliche bis Donnerstag, 17. September unter: fluchtundintegration@ulm.de anmelden (bitte nennen Sie Namen, ggf. Institution, Mailadresse und den/die gewünschten Workshop(s)). Die Teilnahme ist kostenfrei.
Wir bitten um Verständnis: Aufgrund begrenzter Platzzahl ist die Teilnahme nur möglich, sofern wir Ihnen eine Bestätigung senden.
Ab 18 Uhr findet im Club Orange in der Volkshochschule eine Podiumsdiskussion zu dem Thema statt. Nach Grußworten der Stadtspitze, des Ministeriums und der vh Ulm moderiert Dr. Jens Hellmann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, das Podium unter dem Titel
"Flucht und Integration: Was trägt? Was braucht es jetzt?“
Podiumsgäste:
- MDgt’in Prof. Dr. Locher-Finke, Abteilungsleiterin Integration, Europa des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg
- Prof. Dr. Daniela Niesta Kayser, Freie Universität Berlin
- Delshad Ido, Initiator für die Anerkennung des Völkermordes an den Jesid*innen durch den Bundestag und in der Schweiz
- Hilde Mattheis, Vorstandsmitglied des Flüchtlingsrats Ulm/Alb-Donau-Kreis e.V.
- Jan Rick, Projektleitung Geflüchtete der Stadt Ulm
Die Teilnahme ist auch hier kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
HINWEIS: Die Veranstaltenden behalten sich vor, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenfeindliche Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Inhaltliche der Workshops:
Workshop 1, 11:00 - 12:30 Uhr
"Die da oben machen ja eh, was sie wollen" – Verschwörungsglaube über Geflüchtete und unter Geflüchteten erkennen, verstehen und verringern. (Dr. Kevin Winter, Universität Hohenheim)
Der Workshop soll die Teilnehmenden für Risikofaktoren und potentielle Gefahren sensibilisieren, die mit dem Glauben an Verschwörungstheorien sowohl über als auch unter Geflüchteten einhergehen. Nach einem kurzen fachlichen Input zum Begriff Verschwörungsglaube werden eigene Erfahrungen aus dem Arbeits- und Ehrenamtsalltag gesammelt und reflektiert. Ein weiterer Input wird sich mit den strukturellen und psychologischen Risikofaktoren sowie der Rolle von Verschwörungstheorien in Radikalisierungsprozessen und als Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt beschäftigen. Darauf aufbauend, werden mit den Teilnehmenden konkrete Strategien und Präventionsmaßnahmen diskutiert und entwickelt. Interaktive Methoden wie Kleingruppenarbeit, Fallbesprechungen und Perspektivwechsel fördern die kritische Selbstreflexion und den Austausch zwischen den verschiedenen Praxisfeldern. Ziel ist es Verschwörungstheorien erkennen zu können und für den Umgang mit ihnen vorzubereiten, um ihnen frühzeitig begegnen zu können.
Workshop 2, 13:00 - 14:30 Uhr
"Mir steht doch mehr zu!?" – Anspruchsdenken in der Einwanderungsgesellschaft erkennen und konstruktiv begegnen (Dr. Jens Hellmann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Der Workshop soll die Teilnehmenden für Formen von Anspruchsdenken („Entitlement“) innerhalb der Mehrheitsgesellschaft und deren Auswirkungen auf den Umgang mit Zugewanderten sensibilisieren. Nach einem kurzen fachlichen Input zu Begriff, Ursachen und typischen Erscheinungsformen werden die Erfahrungen der Teilnehmenden aus ihrem Arbeits- und Ehrenamtsalltag gesammelt und reflektiert. Anhand konkreter Fallbeispiele analysieren die Teilnehmenden, wie sich Anspruchshaltungen in Sprache, Erwartungen und Bewertungen äußern können. Interaktive Methoden wie Kleingruppenarbeit, Fallbesprechungen und Perspektivwechsel fördern die kritische Selbstreflexion und den Austausch zwischen den verschiedenen Praxisfeldern. Abschließend werden Handlungsmöglichkeiten für einen professionellen, respektvollen und deeskalierenden Umgang mit entsprechenden Situationen erarbeitet. Ziel ist die Stärkung von Handlungssicherheit und diskriminierungssensibler Kommunikation im kommunalen Kontext.
Workshop 3, 15:00 - 16:30 Uhr
„Was Integration gelingen lässt – Gelingensbedingungen und Barrieren erfolgreicher Integration von Geflüchteten“ (Prof. Dr. Daniela Niesta Kayser, Freie Universität Berlin)
Der Workshop beschäftigt sich mit den Faktoren, die eine nachhaltige Integration von Geflüchteten auf kommunaler Ebene fördern oder behindern. Aufbauend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Good-Practice-Beispielen aus dem Fachnetzwerk Sozialpsychologie zu Flucht und Integration werden zentrale Gelingensbedingungen wie Partizipation, Bedarfsorientierung, Vernetzung und soziale Begegnung sowie typische Barrieren analysiert. Die Teilnehmenden reflektieren eigene Erfahrungen aus Verwaltung, Sozialarbeit, Ehrenamt und Zivilgesellschaft und diskutieren konkrete Praxisfälle. Interaktive Methoden wie Kleingruppenarbeit, Fallanalysen und kollegialer Austausch ermöglichen einen Transfer auf die eigene Kommune oder Organisation. Ziel ist es, Handlungssicherheit zu stärken und konkrete Ansatzpunkte für eine integrationsförderliche kommunale Praxis zu entwickeln. Die Inhalte orientieren sich an Good-Practice-Kriterien wie Partizipation, Empowerment, Nachhaltigkeit und lokaler Vernetzung.